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Technologie

Wie ANPR-Kameras Fahrer ohne Vignette erfassen

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Automatische Kennzeichenerkennungskameras (ANPR) bilden das Rückgrat der modernen Vignettenüberwachung in ganz Europa. Sie scannen jedes einzelne Kennzeichen, das auf eine Autobahn auffährt, gleichen es mit der nationalen Vignettendatenbank ab und melden Verstöße innerhalb von Millisekunden. Keine Aufkleber zum Abziehen, keine Kontrollen durch Personal – und keine Möglichkeit, sich vor einem Bußgeld zu drücken.

So funktioniert das System

Das Verfahren ist einfach, aber äußerst effektiv. Kameras sind an Portalen über der Autobahn oder an Masten am Straßenrand an wichtigen Ein- und Ausfahrten angebracht. Während Ihr Fahrzeug vorbeifährt, erfasst eine Infrarot- oder optische Kamera ein hochauflösendes Bild Ihres Kennzeichens. Eine Software zur optischen Zeichenerkennung (OCR) extrahiert die Kennzeichennummer, den Ländercode und gegebenenfalls die Fahrzeugklasse. Anschließend sendet das System eine Anfrage an die zentrale Datenbank: Ist für dieses Kennzeichen aktuell eine gültige Vignette vorhanden? Lautet die Antwort „Nein“, wird der Verstoß automatisch protokolliert.

Wo sind die Kameras?

Die Standorte variieren je nach Land, gängige Orte sind jedoch Autobahnauffahrten und -abfahrten, große Autobahnknotenpunkte, Grenzübergänge und Raststätten. Einige Länder setzen mobile Kennzeichenerkennungsgeräte in unauffälligen Fahrzeugen ein, die zwischen verschiedenen Standorten pendeln – wodurch sich nicht vorhersagen lässt, wo an einem bestimmten Tag Kontrollen stattfinden werden. Österreich betreibt über 900 fest installierte Kennzeichenerkennungskameras entlang seines Autobahnnetzes. Ungarn und Tschechien verfügen über eine vergleichbare Abdeckung. Selbst die Schweiz, die noch immer einen physischen Aufkleber verwendet, setzt Kennzeichenerkennung an wichtigen Grenzübergängen ein, um ausländische Fahrzeuge ohne die erforderliche Vignette zu erfassen.

Wie zuverlässig ist ANPR?

Moderne Kennzeichenerkennungssysteme erreichen bei guten Wetterbedingungen eine Genauigkeit von über 99 %. Regen, Schnee und Nebel können die Genauigkeit leicht beeinträchtigen, Infrarotkameras gleichen dies jedoch weitgehend aus. Verschmutzte oder beschädigte Kennzeichen sind die häufigste Ursache für Lesefehler – weshalb die Behörden oft zusätzliche Prüfmethoden, wie den Abgleich von Fahrzeugmarke und -modell, einsetzen. Auch wenn Ihr Kennzeichen unleserlich ist, droht Ihnen eine Ordnungswidrigkeit. In den meisten Ländern gilt ein unleserliches Kennzeichen als eigenständiger Verstoß.

Datenaufbewahrung und Datenschutz

Die Verarbeitung von Kennzeichenerkennungsdaten ist von Land zu Land unterschiedlich und unterliegt der DSGVO. In Österreich werden Kennzeichendaten von Fahrzeugen, die keine Verstöße begangen haben, innerhalb weniger Minuten gelöscht. Daten von Verstößen werden für die Dauer des Gerichtsverfahrens gespeichert. In Ungarn können alle Kennzeichenerfassungen – auch von Fahrzeugen, die keine Verstöße begangen haben – bis zu sechs Monate lang aufbewahrt werden. Wenn Ihnen Datenschutz wichtig ist, informieren Sie sich vor Reiseantritt über die jeweiligen Datenschutzbestimmungen des Landes.

Warum man das System nicht überlisten kann

Durch die Kombination aus fest installierten Mautbrücken, mobilen Kontrollgeräten und dem sofortigen Datenbankabgleich werden Sie auf mautpflichtigen Autobahnen mit hoher Wahrscheinlichkeit erfasst, wenn Sie keine Vignette besitzen. Selbst wenn Sie die Autobahn passieren, ohne eine Kamera zu passieren, werden Sie wahrscheinlich an einer Ausfahrt oder einer Mautbrücke entlang der Strecke gescannt. Die Bußgeldmitteilung kommt – oft erst Wochen später – per Post und enthält ein Foto als Beweismittel sowie eine Zahlungsfrist. In Österreich erhöht sich das Bußgeld bei Nichtzahlung innerhalb der Frist von 120 € auf 300 €. Es ist daher immer günstiger und einfacher, die Vignette vor Fahrtantritt online zu kaufen.

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